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Jean-Baptiste Morin de Villefranche  - ein berühmter Astrologe

 

 

Morin de Villefranche, Jean-Baptiste; Stiehle, Reinhardt (2005): Astrologia Gallica. Buch 21: über die aktiven Determinationen der Himmelskörper und die passiven Determinationen der sublunaren Welt. 2. Aufl. Mössingen: Chiron-Verl. (Klassiker der Astrologie). – Reinhardt Stiehle schreibt in seiner Einleitung S.9: „Es ist eine Ironie des Schicksals, dass in der Astrologie heute sehr wenig über das Leben und Werk jenes Mannes bekannt ist, der ihre Deutungsgrundlagen ganz entscheidend und nachhaltig geprägt hat. Die Rede ist von Jean-Baptiste Morin, der am 23. Februar 1583 in Villefranche geboren wurde und 1656 starb. Es studierte in Aix und in Avignon, wo er 1615 den medizinischen Doktorgrad erwarb. Für 15 Jahre übte er den Beruf des Arztes aus, ohne dabei wirklich glücklich zu sein. Jean-Baptiste Morin wurde von dem schottischen Alchemisten und Astrologen William Davison in die Astrologie eingeführt. […] Morins Ruf als Astrologe war beträchtlich. Höfische Kreise konsultierten ihn und er stand in besonderer Gunst bei Königin Maria von Frankreich, bei Königin Christine von Schweden sowie bei den Kardinälen Richelieu und Mazarin. […] Im Jahre 1630 wurde Morin als Professor der Mathematik das Collège de France berufen. […] Das Lebenswerk des Jean-Baptiste Morin de Villefranche, an dem er mehr als 30 Jahre gearbeitet hatte, trägt den Titel „Astrologia Gallica“. […] Das Buch wurde erst 1661 in Den Haag posthum veröffentlicht. Es handelt sich um einen mächtigen Folianten von 784 Seiten, inklusive Tabellen und Beispielhoroskopen, der in 26 Bücher eingeteilt ist. In den ersten acht Büchern versucht Morin, sich gegen die theologischen und philosophischen Einwände abzusichern: Gottesbeweise, Willensfreiheit, die Metaphysik des Universums, Materie und Zeit sind einige der Themen, die er bespricht. Ab dem neunten Buch befasst er sich mit der Astrologie, zunächst mit der Physik der Planeten und Kometen, anschließend behandeln fünf Bände die Charakteristik der Planeten und einiger Fixsterne. Es folgt eine Abhandlung über die Häuser, die er als leere geometrische Gebilde betrachtet, die erst durch die Planeten und Zeichen ihre Bedeutung erlangen. Morin vertritt in der „Astrologia Gallica“ die von Regiomontanus gelehrte rationale Manier, dies ist umso erstaunlicher, als er ja auch ein eigenes Häusersystem entworfen hatte. Die restlichen Bücher sind eine Darlegung der eigentlichen Astrologie von Morin. Sein Ausgangspunkt ist die Lehre des Ptolemaeus‘, dessen Werk er aber von allen mittelalterlichen Zusätzen und abergläubischen Regeln bereinigte und mit den Kenntnissen des 17. Jahrhunderts aktualisierte. Das Kernstück seiner astrologischen Theorie bildet die im 21. Buch der „Astrologia Gallica“ dargestellte Determinationslehre.“

 

 

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