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Dalai Lama

Kurz-Portrait: Der 14. Dalai Lama - Tenzin Gyatso

 

Es liegen verschiedene Geburtszeiten vom Dalai Lama vor, von denen jeder behauptet, es sei die richtige. Der Dalai Lama schreibt in seiner Biographie "Mein Leben und mein Volk" (Knaur, München 1982), er sei an einem Morgen geboren. Von einem tibetischen Arzt erhielt ich 1994 die schriftliche Mitteilung, der Dalai Lama sei zwischen 8 und 9 Uhr vormittags geboren. Er hatte diese Zeit ausfindig machen müssen, da die Geburtsdaten in Tibet nirgends schriftlich festgehalten werden.

Der folgenden Horoskopanalyse liegen die Daten zugrunde, die Lois M. Rodden in ihren "DATA NEWS" (Februar 1995) angibt: 11.45 Uhr (-7 Std), also 4.45 GMT, Takster (101°12' östl. Länge / 36°32' nördl. Breite). Diese Zeitangabe stammt angeblich vom Dalai Lama persönlich...?

Der Dalai Lama (= Ozean der Weisheit) wurde in einem kleinen Bergdorf, Takster, im Nordosten Tibets geboren. Sein richtiger Name ist Lhamo Thöndup; das heißt auf tibetisch "wunscherfüllende Göttin". Noch vor seinem dritten Geburtstag wurde er als Reinkarnation des 13. Dalai Lama entdeckt. Im Sommer 1939, eine Woche nach seinen vierten Geburtstag reiste er nach Lhasa. Im Winter 1940 wurde er offiziell als geistliches Oberhaupt Tibets eingesetzt. Am 17.11.1950 erfolgte seine Inthronisation bei Tagesanbruch, ein Datum, das die Hofastrologen festgelegt hatten. Nach dem Einmarsch chinesischer Truppen in Tibet 1950 blieb der Dalai Lama noch fast 10 Jahre in seinem Land und setzte sich aktiv dafür ein, den Frieden in Tibet wiederherzustellen. Am 17.3.1959 musste er sein Land nach einem fehlgeschlagenen Aufstand der Tibeter gegen die Chinesen endgültig verlassen. Seitdem lebt er in Dharamsala in Indien im Exil. Am 10.12.1989 wurde ihm in Oslo der Friedensnobelpreis für seinen "friedlichen Widerstand" verliehen.

 

Die Rolle des Dalai Lama in der Öffentlichkeit

Das Horoskop des Dalai Lama weist eine starke Besetzung der oberen und der östlichen Hälfte auf. Allein im 4. Quadranten befinden sich 5 Gestirne. Die Verteilung der Planeten lässt vermuten, dass der Dalai Lama kontaktfreudig ist und einen starken Bezug zur Öffentlichkeit hat (SO + PL / 10. Haus Krebs), sich aber genauso gern wieder zurückzieht, um sich seelisch zu regenerieren (MO/NE / 12. Haus).

Der Waage-Aszendent lässt auf eine Persönlichkeit schließen, die ein großes Harmoniebedürfnis und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat, die der  Umwelt mit Ausgeglichenheit, Einfühlungsvermögen und Verständnis begegnet. Venus als Herrscherin vom Waage-AC steht im 11. Haus Löwe im Sextil zu Merkur im 9. Haus Zwillinge: Gefällige Umgangsformen, Geschick im sprachlichen Ausdruck und Diplomatie zeichnen den Dalai Lama aus und unterstreichen seine Fähigkeit, mit anderen Menschen, mit Freunden, Bekannten oder Gruppen in harmonischer Weise zu kommunizieren. Die Löwe-Venus verleiht stolze, tiefe Gefühle, die Fähigkeit zu echter Zuneigung, bzw. Nächstenliebe und zeigt die Tendenz an, bei gesellschaftlichen Anlässen, insbesondere im Ausland im Mittelpunkt zu stehen, wobei der religiöse Aspekt von Bedeutung ist (ME / 9. Haus). Sein freundliches, gefühlsbetontes Wesen und seine Sensibilität wird durch die Sonne im Krebs, die ein Sextil zu der Mond-Neptun-Konjunktion im 12. Haus Jungfrau  bildet, gefördert. Diese Konjunktion macht den Dalai Lama empfindsam, mitfühlend und verständnisvoll. Das Sextil fördert die harmonische Selbstdarstellung des Dalai Lama in der Öffentlichkeit, weil Gefühl und Wille in Einklang stehen, was zu Beliebtheit und Öffentlichem Ansehen beiträgt, eine humanitäre Einstellung und Einfühlungsvermögen fördert.

 

Die weltliche Situation des Dalai Lama

Die Sonne im 10. Haus Krebs lässt darauf schließen, dass der Dalai Lama eine Persönlichkeit ist, die im Licht der Öffentlichkeit steht und anderen ein gutes Vorbild sein möchte. Mit der harmonischen Aspektierung der Sonne dürfte er hohes Ansehen genießen. Die Sonne ist durch ein geschlossenes Trigon mit Jupiter im 2. Haus Skorpion und mit Saturn im 6. Haus Fische verbunden. Durch dieses Wasser-Trigon stehen die seelischen Interessen des Dalai Lama im Vordergrund. Sonne Trigon Jupiter verleiht innere Ruhe und sorgt für die erfolgreiche Überwindung von Schwierigkeiten aufgrund einer positiven Einstellung. Durch diese Konstellation kommen auch die religiösen und philosophischen Neigungen und die Fähigkeit des Dalai Lama, andern in großzügiger Weise zu helfen zum Ausdruck. Diese Konstellation zeugt von Selbstvertrauen, dem Glauben an spirituelle Kräfte, und der Fähigkeit, sich nicht unterkriegen zu lassen. Dennoch darf das Quadrat zwischen Sonne und Mars vom 10. zum 1. Haus nicht außer acht gelassen werden, das die Neigung des Dalai Lama zu energischem, impulsiven und kämpferischem Verhalten anzeigt, mit dem er oftmals auf Widerstände stößt, die ihn zwar frustrieren, aber den Wunsch, seine Ziele unter allen Umständen durchzusetzen noch verstärkt.

Seit Beginn seiner Ausbildung im Alter von sechs Jahren hatte sich der Dalai Lama an gewisse Regeln zu halten und war durch seine Position gezwungen, dieses Quadrat über das geschlossene Trigon von Sonne/Jupiter/Saturn zu „überwinden“. Der Dalai Lama musste lernen, seine Energie nicht mit Streit und Auseinandersetzungen zu vergeuden, sondern Geduld und Ausdauer, Taktgefühl und Diplomatie zu üben, um seine Ziele mit harter Arbeit zu verwirklichen. Sonne Trigon Saturn weist auf Konzentrationskraft, Disziplin und Durchhaltevermögen hin. Der Dalai Lama hat die Fähigkeit, seine Ziele, die er mit Umsicht und einem realistischen Sicherheitsbedürfnis planen dürfte, mit diesen Tugenden zu erreichen.

Mit Pluto im 10. Haus Krebs dürfte er enorme Willenskraft, Ehrgeiz und den starken Wunsch nach Erfolg haben, was ihn für eine Führungsposition prädestiniert. Die bedeutsame Eckhausposition des Pluto - unterstützt durch Uranus Sextil MC - ist günstig für politische und gesellschaftliche Aktivitäten, denn sie sorgt für Geschick im Umgang mit einflussreichen Personen. Der Dalai Lama dürfte das Bestreben haben, seine Vorstellung von einer besseren Weltordnung zu verwirklichen, wobei er zu einer sehr umstrittenen Persönlichkeit werden kann. Seelische und berufliche Krisen können dazu beitragen, dass er durch höhere Gewalt gezwungen ist, seine Pläne vollkommen zu ändern. Das geschah 1950, als chinesischen Truppen Tibet besetzten, und der Dalai Lama seines Amtes enthoben wurde. Mit seiner Flucht nach Indien 1959 veränderte sich auch sein Leben, was u.a. durch PL Konjunktion südlicher Mondknoten und durch Mars Quadrat Mondknoten  angezeigt wird. Diese Konstellationen haben karmischen Charakter: Danach steht der Wille des Dalai Lama nicht im Einklang mit den bestehenden politischen und sozialen Strömungen der Gesellschaft. Pluto Konjunktion absteigender Mondknoten verlangt, dass er sein Leben neu organisieren muss, dabei aber in der Lage ist, Selbstvertrauen aufzubauen, unter schwierigen Umständen zu überleben und von vorn anzufangen. Mars Quadrat Mondknoten sorgt oftmals für den gewaltsamen Abbruch von Verbindungen. Da sich Uranus an der 8. Häuserspitze (Stier) im Sextil zum MC befindet, dürfte der Dalai Lama immer wieder Unterstützung von Freunden und einflussreichen Personen bekommen. Die Uranus-Position im 8. Haus weist auch auf plötzliche Veränderungen in der Vermögenslage hin - die eintrat als er als 14. Inkarnation des Dalai Lama erkannt wurde - und fördert die Erkenntnis, dass nur die geistigen Werte bleiben, denn alles in der Materie verändert sich. Deshalb soll der Dalai Lama u.a. lernen, sich gefühlsmäßig von Sexualität und Materie (Reichtum, Besitz) zu lösen.

 

Die Spiritualität des Dalai Lama

Die Mond-Neptun-Konjunktion im 12. Haus Jungfrau weist darauf hin, dass der Dalai Lama gern in der Zurückgezogenheit lebt, um sich dort mit geistigen, spirituellen und religiösen Themen zu beschäftigen, die ihn seelisch bewegen. Mit dieser Konstellation dürfte er gefühlsmäßig sehr beeindruckbar sein, weil seine Reaktionen stark von seinem Unterbewusstsein oder von Erfahrungen aus der Vergangenheit beeinflusst werden, die sich auch auf seine Berufung auswirken, da der Mond Herrscher vom Krebs-MC ist. Merkur als Herrscher des 12. Hauses Jungfrau gibt einen Hinweis darauf, dass der Dalai Lama in der Lage ist, sich einerseits seine Gefühle bewusst zu machen und mit dem Verstand zu steuern und andererseits intuitiv Zugang zu seinem Karma zu finden, da der Mond auch Herrscher des absteigenden MK ist.

Mit der Mond-Neptun-Konjunktion im Sextil zu Jupiter im 2. Haus kann der Dalai Lama seine starken religiösen Gefühle und seine Frömmigkeit in der Abgeschiedenheit, z. B. in einem Kloster, entfalten und seine Phantasie in Verbindung mit Religion und Philosophie zum Ausdruck bringen, was zu seiner Erfüllung und Selbstbestätigung beiträgt. Jupiter im 2. Haus Skorpion weist auf sein Interesse an den mystischen oder okkulten Aspekten der Religion hin, denn mit Uranus im 8. Haus versucht der Dalai Lama, die Geheimnissen des Lebens zu ergründen und sich in fortschrittlicher Weise mit der Frage nach Tod und Wiedergeburt auseinander zu setzen. Dabei dürfte er tiefgründige Einsichten in die Vorgänge der Natur, des Universums gewinnen. Aufgrund seines Glaubens (Buddhismus) lebt der Dalai Lama nach der Karmatheorie, die besagt, dass alle Lebewesen, ob Mensch oder Tier, nach ihrem Tod wiedergeboren werden und jeder zu Lebzeiten sein Karma durch seine Handlungen positiv oder negativ beeinflussen kann. Das Ziel aller Wesen ist es, durch Tugend und Erleuchtung das Nirvana zu erreichen, mit dem die Reihe der Wiedergeburten endet. Der Glaube an die Wiedergeburt soll zu gegenseitiger Liebe führen, um anderen gegenüber Toleranz, Nachsicht, Güte und Mitleid zu entwickeln, da alle Lebewesen im Laufe ihrer zahlreichen Inkarnationen miteinander in irgendeiner Beziehung stehen.

Mond und Neptun bilden auch eine Opposition zu Saturn im 6. Haus Fische, der Herrscher des
4. Hauses und des aufsteigenden Mondknoten ist. Einerseits weist dieser Aspekt auf die frühe Trennung des Dalai Lama von den Eltern und auf die Tendenz, Opfer von Intrigen zu werden hin; andererseits kommt hier seine Neigung zu Stimmungsschwankungen, Unzufriedenheit und sein Bedürfnis nach Zurückgezogenheit zum Ausdruck. Auch dürfte der Dalai Lama Probleme haben, seine wahren (religiösen) Gefühle kundzutun und anderen Menschen seinen Glauben näher zu bringen, obwohl er in bezug auf seine Religion eine idealistische Einstellung hat und sehr viel Nächstenliebe besitzt.

Das geschlossene Trigon von Sonne-Jupiter-Saturn trägt dazu bei, dass der Dalai Lama als verantwortungsvolle, redliche Persönlichkeit mit gesundem Menschenverstand immer wieder in die Öffentlichkeit geht und z. B. auf die Probleme seines Volkes aufmerksam macht. Denn mit dieser Konstellation besitzt er Weitblick, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein.

Durch sein Vertrauen auf spirituelle Kräfte (SO Trigon JU) strahlt der Dalai Lama zudem Zufriedenheit, Selbstvertrauen und eine optimistische Lebenseinstellung aus. Saturn im 6. Haus Fische zeigt die Neigung zu harter Arbeit an. Das Dienen spielt genauso eine wichtige Rolle wie Bescheidenheit und Einfühlungsvermögen. Mit dem harmonisch aspektierten Saturn braucht der Dalai Lama immer wieder Ruhe und Einsamkeit, um neue Kraft zu schöpfen, wobei sich die Meditation ausgleichend auf seine Seele auswirkt. Aus diesem Grund steht der Dalai Lama jeden Morgen um 3.30 Uhr auf und betet fünf Stunden lang. Seine letzte Mahlzeit nimmt er um 12 Uhr mittags ein, damit sein Magen am nächsten Morgen leer und sein Kopf frei für die Meditation ist.

Merkur befindet sich im 9. Haus Zwillinge. Als Herrscher vom 9., 10. und 12. Haus bildet er ein Sextil mit Venus und ein Trigon mit Mars. Geistige Aufgeschlossenheit, vielseitige Interessen, scharfer Verstand, Redegewandtheit und Wahrheitsfindung ohne Vorurteile kennzeichnen den neugierigen Zwillinge-Merkur, der sich mit seiner Position im 9. Haus vorrangig mit Religion, Philosophie, höherer Bildung und Reisen beschäftigt.

Im Alter von sechs Jahren begann die Ausbildung des Dalai Lama, die u.a. das Studium der Dialektik, Sprachwissenschaften, tibetische Kunst und Kultur, Poesie, Musik, Medizin und Astrologie umfasste. Seine wichtigsten Fächer waren jedoch buddhistische Philosophie und Logik.

Merkur Sextil Venus weist u.a. auf die schriftstellerische Begabung des Dalai Lama hin, der mehrere Bücher veröffentlichte. Seine große geistige Energie und seine Fähigkeit zu diskutieren, kommen durch Merkur Trigon Mars zum Ausdruck. Die Debattierkunst ist für einen tibetischen Mönch von besonderer Bedeutung, denn nach dieser Fähigkeit wird die Höhe seines intellektuellen Niveaus eingestuft. Deshalb musste der Dalai Lama fundiertes Grundwissen in buddhistischer Philosophie und Logik aufweisen, um über dieses Thema diskutieren zu können.

Dem Dalai Lama ist es gelungen, alle Anforderungen, die an einen tibetischen Mönch gestellt werden, zu erfüllen, wobei er sehr viel Selbstdisziplin üben musste. Er versucht seine (karmische) Aufgabe zu erfüllen, indem er sich aktiv, aber friedlich für die Freiheit seines Landes und den Frieden mit China einsetzt und auf das Leid Tibets in aller Welt aufmerksam macht.

 

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