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Mittelalter

Philipp Melanchthon und die Astrologie

 

Brosseder, Claudia (2004): Im Bann der Sterne. Caspar Peucer, Philipp Melanchthon und andere Wittenberger Astrologen. Univ., Diss.--München, 2002. Berlin: Akad.-Verl. S.13 - Brosseder schreibt: „Tatsächlich ließ die Astrologie Melanchthon seit den 30 Jahren des 16. Jahrhunderts nicht mehr aus ihrem Bann. Wie stark sie ihn faszinierte, zeigt sich etwa daran, dass er und sein italienischer Kollege Luca Gaurico in jenen Jahren den großen Martin Luther mit Hilfe ihrer Horoskopanalyse ins rechte Licht rücken wollten. Etliche Jahre zuvor hatte Melanchthon das astrologische Handwerkszeug bei seinem Tübinger Lehrer Johannes Stöffler (1452 bis 1531) erlernt. […] In den folgenden Jahren durchzieht seine Begeisterung für die Astrologie viele seiner Publikationen. So konzipierte Melanchthon zahlreiche Reden, die direkt und indirekt die Astrologie loben; er verfasst naturphilosophische Traktate, die der Sternenkunst eine noch größere Resonanz bei den Gelehrten verschaffte, als sie ohnehin schon hatte. Sie bereiteten der wissenschaftlichen Astrologie offenbar einen fruchtbaren Boden, dass Jahrhunderte später der Eindruck entstehen konnte, hier an der Elbe gäbe es einen sog. Melanchthon-Zirkel.“

 

 

Am 12. April 2010 habe ich meine Inauguraldissertation

zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Rechtswissenschaften (Dr. jur.) durch die Juristische Fakultät der
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover mit dem Thema:

„Die Astrologische Beratung –
eine Herausforderung für das Recht“

eingereicht.

Hier eine Leseprobe:

 

 

  • 3. Mittelalter
  • Der bekannte Einfluss des Arabischen auf die Frühscholastik brachte nach einer mittelalterlichen Unterbrechung in Mitteleuropa dann auch die Astrologie wieder ins Bewusstsein der Gelehrten.

    In Toledo gab es, für unsere Thematik besonders bedeutsam, eine intensive Übersetzertätigkeit vieler Werke arabischer Astrologen.

    Berühmt geworden ist der Astrologe Gerbert, der unter dem Namen

    Silvester II. 999 zum Papst gewählt wurde.

     

    In der Hochscholastik, in der die Philosophie zunehmend gleichberechtigt neben die Theologie tritt, äußerten sich dann Albertus Magnus und Thomas von Aquin, Roger Baco auch zur Astrologie. Dabei wurde Thomas von Aquin mit seiner Äußerung „der Weise beherrscht das Gestirn“ berühmt.

    Der Franziskaner-Mönch Roger Baco (1214 bis 1294 n. Chr.) machte zu seiner Hauptthese, dass Alchemie, Astrologie und Magie die Höhepunkte einer aus Erfahrung begründeten, experimentellen Naturwissenschaft seien.

    Roger Baco wies dann aus den Schriften von Ptolemaeus, Haly und Albumazar nach, dass kein gelehrter Astrologe jemals den Schicksalszwang der Sterne gelehrt habe. Das täten nur Ignoranten und laienhafte Astrologen oder Geschäftsastrologen.

    Baco war im Mittelalter wohl der stärkste Verteidiger der Astrologie.

    Eine ausdifferenzierte Darstellung der mittelalterlichen Astrologie in den verschiedenen Ländern - Spanien, Italien, Frankreich, England und Deutschland - kann hier leider nicht stattfinden. Es muss auf die ausführlichen Darstellungen bei Knappich und Campion verwiesen werden.

     

    Astrologisches Gedankengut fand in dieser Zeit auch Eingang in die Dichtung von Wolfram von Eschenbach in seinem „Parzival“, .

    Die Rezeption des islamisch-arabischen Kulturkreises in Sachen Astrologie in der Blütezeit des Mittelalters schafft dann den Übergang zu der absoluten Hochblüte der Astrologie im europäischen Kulturkreis, nämlich der Renaissance.

     

     

     

     

     

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