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Neuzeit

Am 12. April 2010 habe ich meine Inauguraldissertation

zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Rechtswissenschaften (Dr. jur.) durch die Juristische Fakultät der
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover mit dem Thema:

„Die Astrologische Beratung –
eine Herausforderung für das Recht“

eingereicht.

Hier eine Leseprobe:

 

 

  • 5. Neuzeit
  • Kennzeichnend für ein neues Denken dieser Zeit nach der Renaissance ist der „Discours de la méthode“ des französischen Philosophen und Mathematikers René Descartes (1596 bis 1615), von dem die neuere Philosophie ihren Ausgang nahm und damit mit Ungestüm das bisherige astrologische Denken der Renaissance sowie die Neuscholastik hinter sich ließ, , .

    In Gelehrtenkreisen verlor die Astrologie ihren Kredit.

     

    Allerdings ist einer der großen französischen Astrologen in diese Zeit zu verorten, nämlich Morin de Villefranche, der mit seiner „Astrologia Gallica“ (1661 posthum erschienen) ein für heutige Zeiten noch immer wichtiges Buch vorlegte, , .

     

    Morin de Villefranche war Astrologe der Königin Maria von Frankreich, der Königin Christine von Schweden, den Kardinälen Richelieu und Mazarin und der nachmaligen Königin von Polen, , .

     

    Sein Gegenspieler in England war William Lilly (1602 bis 1681). Das berühmteste Werk von Lilly ist die „Christliche Astrologie“, veröffentlicht 1647, .

    In dem beginnenden Zeitalter der Aufklärung hatte die Astrologie letztlich keine Chance, sich universitär zu behaupten.

    Dass sich immer wieder berühmte Geister dieser Zeit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zur Astrologie bekannten, änderte an dieser grundsätzlichen Entwicklung nicht wirklich etwas, , .

     

    Der letzte universitäre Versuch, die Astrologie ernst zu nehmen, fand in den Jahren 1822/23 statt, als der Mathematiker Pfaff unter Mitwirkung seines Universitätskollegen Schubert astrologische Taschenbücher herausgab, in denen er viele Abhandlungen über die großen Konjunktionen und über den Stern der Weisen usw. veröffentlichte.

    Noch vor seinem Tod gab Pfaff das Buch „Der Mensch und die Sterne“ heraus, das aber nicht mehr in der Lage war, die allgemeine Geistesentwicklung im Wesentlichen zu beein-drucken.

     

    So blieb die Astrologie in Deutschland nach Pfaffs letzten Versuchen ohne neue ernsthafte Vertreter. Es gab kein einziges neues Lehrbuch der Astrologie, und wer sich über die Astrologie selbst ein Urteil bilden wollte, musste englische Lehrwerke zu Rate ziehen, , .

    Bis zur Wiederbelebung der Astrologie in Deutschland durch die Theosophie ist ein absoluter Niedergang zu konstatieren, , .

     

     

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